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Alles für den Nachwuchs

Christian Altmann und seine Mitarbeiter sind bei Veranstaltungen des Jugendzentrums natürlich immer dabei. Aber organisiert wird zum Großteil von den Jugendlichen selbst.

„Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.“ Was nach einem aktuellen Leidensbericht klingt, ist so auf einer über 4.000 Jahre alten Keilschrifttafel zu lesen. Seit Menschengedenken haben es „die Großen“ spätestens mit dem Eintritt der Pubertät nicht leicht mit dem Nachwuchs – und andersherum. Dabei kann es schon helfen, den Kindern und Jugendlichen sinnvolle Angebote zu unterbreiten, sie in Entscheidungen einzubeziehen und ihnen Unterstützung anzubieten. All das machen die Jugendeinrichtungen in Dessau-Roßlau, beispielsweise das Freizeitzentrum Jugendclub Zoberberg.

Mit rund 12.000 Besuchern im Jahr ist der Jugendclub Zoberberg die größte Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt. Und „offen“ wird dabei besonders groß geschrieben, denn bei allen Aktivitäten und Angeboten steht immer im Vordergrund, was die Besucher sich selbst wünschen. „Das heißt, wir versuchen in die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen einzutauchen und mit ihnen das umzusetzen, was sie sich vorstellen“, so Jugendclubleiter Christian Altmann. Grenzen setzen hier lediglich der Jugendschutz und die Hausordnung, ansonsten aber bestimmt die Zielgruppe sehr aktiv mit, was getan wird.

Die Zielgruppe, das sind im Zoberberg eigentlich Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 27 Jahren. In den vergangenen Jahren hat sich die Besucherstruktur allerdings leicht gewandelt, viele ältere Jugendliche haben den Stadtteil oder die Stadt verlassen, heute sind die Besucher meist zwischen 6 und 16 Jahren alt. Dass die Zahl der Nutzer trotzdem recht konstant geblieben ist, liegt hauptsächlich daran, dass diese nicht nur aus Zoberberg oder dem benachbarten Alten kommen – rund die Hälfte der Kinder und Jugendlichen ist in Kochstedt, Mosigkau oder auch in Dessau-Nord zu Hause.

Die Angebote des Hauses haben drei besondere Schwerpunkte. Im offenen Freizeitbereich können die Gäste diverse Spiele und Freizeitmöglichkeiten nutzen, ein Internetcafé, eine offene Küche, Billard, Tischtennis und vieles mehr. Im Projektbereich spiegelt sich die sehr enge Kooperation mit der Ganztagsschule Zoberberg wider. Mit dem kreativen Schreiben, einer Tischtennis AG und Geocaching werden drei Ganztagskurse betreut. „Das sind Angebote für Schüler der Schule, die innerhalb der Schulzeit umgesetzt werden, aber mit den ganzen Stärken der offenen Jugendarbeit“, beschreibt Christian Altmann das erfolgreiche Projekt. Drittes Standbein des Jugendclubs sind die Veranstaltungen. Hier wird mit vielen Vereinen, wie dem Heimatverein Alten, aber auch vielen weiteren regionalen und überregionalen Partnern kooperiert. Das Ergebnis sind regelmäßige Veranstaltungen, wie 2013 beispielsweise eine Mangamesse, ein Mittelalterspektakel und viele Konzerte.

Besonders wichtig ist dem Jugendclub aber auch, seine Besucher in allen Lebenslagen zu unterstützen. Es gibt Hausaufgabenhilfe, Bewerbungstraining, auf Wunsch eine Begleitung bei Amtswegen und enge Kontakte zu Familienhelfern, um gemeinsam Probleme erkennen und lösen zu können. Unterstützung, die von den Nutzern sehr gern angenommen wird – und die gleichzeitig auch ein wichtiger Dienst an der Gesellschaft ist, wie Christian Altmann betont: „Man darf nicht vergessen, dass wir sehr präventiv arbeiten, also an Punkten der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen aktiv werden, bevor dort Probleme auftreten.“ Das Freizeitzentrum Jugendclub Zoberberg führt außerdem Projekte fort, die im Rahmen des früheren Arbeitskreises des Förderprogramms „Soziale Stadt“ ins Leben gerufen wurden, in dessen Rahmen der Bau des Zentrums im Jahr 2000 ermöglicht wurde. So exis-tiert hier auch eine kleine Seniorengruppe, die sich regelmäßig trifft, und auch zum Seniorensport wird der Club gern genutzt. Ein Mehrgenerationenhaus will und kann das Freizeitzentrum aber dennoch nicht sein, die intergenerative Arbeit ist viel mehr ein Ausdruck dessen, wie verwurzelt die Einrichtung im Stadtteil ist.

Besonders deutlich zeigt sich das übrigens auch darin, wie sehr sich die Kinder und Jugendlichen für „ihren“ Club engagieren. Bei jeder Gelegenheit werden Spenden für den geplanten Bolzplatz gesammelt, im Rahmen des clubeigenen Gewinnspiels „Tit for Tat“, bei dem gute Taten mit Punkten bewertet und schließlich die Bestplatzierten ausgezeichnet werden, übernimmt der Nachwuchs Putz- und Kochdienste, pflegt die Pflanzen auf dem Gelände und macht sich in jeder anderen erdenklichen Form nützlich.

Und auch wenn die angespannte Dessau-Roßlauer Haushaltslage in den vergangenen Jahren auch an der größten Jugendeinrichtung der Stadt nicht spurlos vorbeiging – um die Zukunft macht sich Christian Altmann keine großen Sorgen: „Die Zukunft ist abhängig davon, mit wie viel Kreativität man die offene Jugendarbeit betreibt.“ Und Kreativität, Enthusiasmus sowie Fantasie gibt es im Haus in der Köthener Straße auf jeden Fall reichlich.

Adressen finden

Adressen zu folgenden Einrichtungen finden Sie direkt Online!

Infokasten

Jugendclub Zoberberg
Köthener Straße 63 A
06847 Dessau-Roßlau

Telefon: 0340 5210434
www.jugendclub-zoberberg.de.vu

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