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Die Qual der (Schul-)Wahl

Wie geht die Schullaufbahn weiter? Auch die Viertklässler der Grundschule in Ziebigk müssen sich gemeinsam mit Ihren Eltern entscheiden: Sekundarschule oder Gymnasium? Bei der Entscheidungsfindung erhalten Eltern in Dessau-Roßlau von verschiedenen Stellen kompetente Unterstützung.

Einer der wohl wichtigsten Entscheidungen im Leben eines Schülers, neben der Einschulung und dem Schulabschluss, ist diejenige, auf welchem Bildungsweg es nach der 4. Klasse weitergehen soll. Führt der Weg von der Grund- zur Sekundarschule oder zum Gymnasium, reicht die Mittlere Reife für die spätere Berufslaufbahn, oder soll der Schule ein Studium folgen? Dinge, über die sich nur die wenigsten Viertklässler Gedanken machen – wohl aber die meisten Eltern, die ihrem Nachwuchs optimale Starthilfe geben möchten. Und die mit dieser Entscheidung nicht allein gelassen werden.

Noch bis 2012 gab es eine verbindliche Schullaufbahnempfehlung durch die Lehrer. Seit einem Rund-erlass des Kultusministeriums ist dieses durchaus umstrittene Instrument nicht mehr bindend, die Eltern selbst geben jeweils im Februar des vierten Schuljahres eine eigene Empfehlung ab. Eine große Verantwortung, die viele Mütter und Väter vor manchen Gewissenskonflikt stellt. Denn es sind nicht nur gute Schulnoten, die für eine weiterführende Schule ausschlaggebend sind, genauso wie ein schlechtes Schuljahr nicht unbedingt automatisch auf die Sekundarschule führen sollte.

Die Entscheidung über die künftige Schullaufbahn sollte ebenso die Persönlichkeit des Kindes berücksichtigen, seine Begabungen, Interessen, Leistungen und Poten-ziale. Der Übergang zu einer neuen Schulform soll als Brückenschlag gestaltet werden, nicht als Bruch mit den bisherigen schulischen Erfahrungen.

Zudem sollte auch mit dem weit verbreiteten Vorurteil aufgeräumt werden, dass eine Schulform die prinzipiell bessere wäre als die andere. Sekundarschulen werden von den Eltern seltener als Gymnasien für die Laufbahn ihrer Kinder ausgewählt. Schließlich soll Junior die höchstmögliche Bildung erhalten und damit den bestmöglichen Berufsstart. Dabei sind Sekundarschulen längst besser als ihr Image, haben Bildungsangebote, Schulkonzepte und Freizeitmöglichkeiten entwickelt, die den „gymnasialen Wettbewerbern“ in nichts nachstehen. Und ausschlaggebend sollten für die Entscheidung ganz sicher keine Vorurteile oder Wunschträume sein, sondern die tatsächlichen Stärken und Fähigkeiten der Tochter oder des Sohns.

Wichtig ist außerdem, dass es sich bei der Entscheidung für die Schulform nicht um eine endgültige und unverrückbare handelt. Die entsprechende Leistung vorausgesetzt, können Sekundar- und Realschüler auch im 7., 9. oder 10. Schuljahr noch auf das Gymnasium wechseln, eine Rückkehr vom Gymnasium zur Realschule ist am Ende jedes Schuljahres möglich. Auch der erweiterte Realschulabschluss und damit die Fachhochschulreife eröffnet weiterführende Bildungs-möglichkeiten.

Natürlich ist der aktuelle Leistungsstand des Nachwuchses eine wichtige Grundlage für die Wahl des zukünftigen Bildungs-weges. Ebenso gilt es die Frage zu klären, wie sich das Kind in den ersten vier Schuljahren entwickelt hat – aber all das lässt sich eben nicht nur an den Schulnoten, also letztendlich an sechs Ziffern, ablesen. Eine besonders wichtige Rolle spielt daher, neben den persönlichen Erfahrungen der Eltern mit ihren Kindern, die Elternberatung der Grundschulen. Diese setzt da an, wo die Zensuren aufhören, aussagekräftig zu sein.

Denn hier werden eben nicht nur die reinen Leistungen in den Fächern in den Mittel-punkt gestellt, sondern ist die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler entscheidend. Ihr biologisches Alter mag bei allen Grundschülern annähernd gleich sein, aber ihre geistige Reife, ihre Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen sind es nicht. Diese Unterschiede zu erkennen, anzunehmen und zuzulassen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor auf dem Weg zu der weiterführenden Schule, die ideal zum Nachwuchs passt. In Einzel- oder Gruppengesprächen wird in der Elternberatung gemeinsam nach einer Antwort auf diese Fragen gesucht, werden Eltern und Erziehungsberechtigte sensibilisiert und umfassend beraten. Neben Lehrkräften stehen dazu seit Juni 2012 in den Grundschulen auch SchulsozialarbeiterInnen als Gesprächspartner zur Verfügung, die bei der Entscheidung mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Kompetente Unterstützung bietet zudem der Stadtelternrat Dessau-Roßlau, dessen Mit-glieder oft schon selbst diesen Entscheidungsprozess durchlaufen mussten. Zudem hat das Amt für Bildung und Sport die Schulbroschüre „Wege nach der Grundschule – weiterführende Schulen in Dessau-Roßlau“ veröffentlicht, die im Internet sowie direkt im Amt kostenlos verfügbar ist. Auch das lokale „Bündnis für Alleinerziehende“ hält zahlreiche Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten bereit. Eltern werden mit der Wahl zwischen Realschule und Gymnasium also keinesfalls allein gelassen und sollten die Angebote unbedingt nutzen, um ihrem Nachwuchs den optimalen Start in das weitere Schülerleben zu ermöglichen, den sie ihm zweifellos wünschen.

Adressen finden

Infokasten

Stadtelternrat Dessau-Roßlau
Amt für Bildung und Sport
Zerbster Straße 4
06844 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340 204–0

SchulsozialarbeiterInnen
Über die jeweiligen Schulen erhalten Sie Kontakt zu den zuständigen Schulsozialarbeitern.

Schulbroschüre
Die Schulbroschüre „Wege nach der Grundschule – weiterführende Schulen in Dessau-Roßlau“ steht als Download im Internet zur Verfügung: www.dessau.de
Die Broschüre ist auch im Amt für Bildung und Sport kostenlos erhältlich.

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