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Zurück zur Natur

Auf einem Spiele-Parcours quer durch den Wald entdecken die Kinder der „Waldjugendspiele“, wie faszinierend der Wald in ihrer Heimat sein kann.

Die Region Dessau-Roßlau liegt inmitten einer riesigen Wald-, Park- und Auenlandschaft. Ein unschätz-barer Vorteil für alle Erwachsenen, die nach der Arbeit oder am Wochenende Erholung in der Natur suchen, aber auch für die Erziehung der jüngsten Doppelstädter. Die Naturpädagogik hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung und Beliebtheit gewonnen. Das betrifft nicht nur gesonderte Angebote wie den Waldkindergarten Dessau e.V., der seine Aktivitäten gleich komplett in die Natur verlegt hat, sondern auch immer mehr reguläre Kitas, die eigene Projekte starten oder die umfangreichen Angebote des Betreuungsforstamtes Dessau wahrnehmen.

Die Dessauer Kita „Sausewind“ beispielsweise ist als naturnahe Kindertagesstätte darauf ausgerichtet, ihren Kindern den Wald als Lehrmeister und Erfahrungsraum näherzubringen. Jeden Mittwoch ist für alle Junioren ab 3 Jahren „Walderlebnistag“. Gemeinsam wandern die Kinder rund einen Kilometer in ein Waldstück mit Naturteich, in dem sie gemeinsam den Vormittag verbringen. Hier erleben sie den Wechsel der Jahreszeiten, beobachten die Entwicklung von Kaulquappen zum Frosch oder von der Raupe zum Schmetterling. Ganz nebenbei werden aber auch Durchhaltevermögen und Gemeinschaftssinn gefördert – denn der „Walderlebnistag“ findet bei jeder Witterung statt. In der Kita selbst pflegen die Kleinen ihr eigenes Blumenbeet, betreuen ein Insektenhotel, gestalten aus selbst gesammelten Pflanzen ein Herbarium und vieles mehr.

Die Kita „Fuchs & Elster“ in Roßlau hat einen besonderen Schwerpunkt auf die Rossel gesetzt. Mit ihrer „Sandmanngruppe“, also den größten Kita-Kindern zwischen 5 und 6 Jahren, erkunden diese den Bach, der dem Ortsteil seinen Namen gegeben hat, von seinem ersten Auftauchen in Meinsdorf bis zur Mündung in die Elbe. Auf ihrem Weg durch Stadt und Natur entdecken die Kinder auch hierbei immer wieder Spannendes, vom Regenwurm über Pilze bis zu kleinen Fischen oder geflügelten Insekten, Schnecken, Käfern und Enten. Hinzu kommen Experimente, bei denen der Nachwuchs mit selbstgebauten Booten die Fließgeschwindigkeit der Rossel ermittelt oder Wasserproben nimmt.

Außerdem gehören beide Kitas zu den rund 40 Einrichtungen in der gesamten Region, die regelmäßig im Betreuungsforstamt Dessau anzutreffen sind – genauer gesagt in den Wäldern rund um das Forstamt. Denn die Landeseinrichtung ist nicht nur auf die Pflege der Natur spezialisiert, sondern auch darauf, diese den kleinsten Besuchern näherzubringen. „Für Kinder in den frühen Lebensjahren ist es besonders wichtig, positive Erfahrungen mit dem Wald und dem Leben in der Natur zu sammeln“, weiß Forstoberinspektor Jürgen Kristin. Denn umso besser verstehen sie dann auch als Erwachsene die Zusammenhänge der Natur – und wie wichtig es ist, diese zu erhalten und zu schützen.

Ganzjährig bietet das Betreuungsforstamt Walderlebnisführungen zu verschiedenen Themen an, Wanderungen auf Rundkursen, die mit viel Informationen, Spielen und einem Quiz verbunden sind. Kinder schlüpfen in die Rolle eines Eichhörnchens oder pirschen sich wie ein Fuchs an ihre Beute heran. Die „Waldprojekttage“ gehen noch einen Schritt weiter, denn hier wird halb- oder ganztägig die Natur erkundet. Zahlreiche Themen und Aktivitäten zum ganzen Spektrum von Flora und Fauna stehen zur Auswahl.

Eines der beliebtesten Angebote des Betreu-ungsforstamtes sind die „Waldjugendspiele“. Jürgen Kristin erklärt das Konzept so: „Auf einem Parcours durch den Wald werden den Kindern an mehreren Stationen Aufgaben und Fragen zum Ökosystem Wald gestellt, die sie mit Beobachtungsgabe, Spürsinn und Geschick lösen sollen.“ Den Bestplatzierten winkt, wie es sich für einen Wettbewerb gehört, am Ende eine kleine Auszeichnung. Ein ganz besonderes Projekt verbirgt sich hinter dem Titel „Waldfüchse“, einer Gemeinschaftsaktion der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ und des Landeszentrums Wald. „Waldfuchs“ kann jedes Vorschulkind werden, das mindestens acht Tage im Wald war und dabei von einem Waldexperten begleitet wurde – das können Förster, Jäger, Waldpädagogen oder sonstige Naturschützer sein. Die Erlebnisse müssen dokumentiert werden, und anschließend gibt es das offizielle „Waldfuchs“-Zertifikat. Erleichtert wird die Aufgabe schon am Anfang durch einen prall gefüllten Rucksack mit Überraschungen für den Kindergarten, Schirmmützen und Arbeitsmappen.

Jährlich nehmen mehr als 4.000 Mädchen und Jungen die Angebote im Betreuungsforstamt wahr – Tendenz steigend. Immer wieder kann sich Jürgen Kristin über begeisterte Kinderausrufe wie „Heute war bisher der schönste Tag in meinem Leben!“ oder „Der Wald sieht in echt ganz anders aus als im Schulbuch!“ freuen. Und dauerhafter als das trockene Schulbuchwissen sind die eigenen Erkenntnisse aus der Natur nach Ansicht des Forstoberinspektors auch, denn eines ist sicher: „Wald ist immer spannend!“

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Infokasten

Betreuungsforstamt Dessau
Heidebrückenweg 28
06849 Dessau-Roßlau

Telefon: 0340 21667–0
E-Mail: forstamt.dessau@lzw.mlu.sachsen-anhalt.de

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